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| Eröffneten die Bühne 2 (v.l.): Günther Steininger, Olaf Urban, Sibille Lechner, Willi Hörmann und Klaus Greif. | ||
| Bericht im Münchner Merkur
Theater im Rossstall Germering Kulturfans mit Hang zum Besonderen haben eine neue alte Adresse: das Theater im Roßstall. Jeden ersten Donnerstag im Monat wird es hier auf Bühne 2 ein Schmankerl für Kleinkunst-Liebhaber geben. Den Auftakt haben die Jazzband O.Urquartett und Schauspieler Willi Hörmann unter dem Motto Jazz trifft Satire gemacht ein Abend, der nach Wiederholung schreit. Der Saal war zu groß, die Gäste etwas zu wenig wohl weil noch Ferien waren. Das aber irritierte weder die Protagonisten noch die Besucher. Dem O.Urquartett geht es musikalisch nicht um Gefälligkeit im klassischen Jazz- Stil, sondern um spezielle Kompositionen und Arrangements das Besondere eben, das einen qualitativen Abend ausmacht, den man gut und gerne genießen kann und unbedingt sollte. Posaunist und Namensgeber Olaf Urban, Klaus Greif am Kontrabass, Sibille Lechner am Keyboard und Schlagzeuger Günther Steininger sind vier Musiker, die nicht nur ihr Instrument vorzüglich beherrschen, sondern auch durch sehr individuelle Interpretationen beeindrucken. Und doch finden sie zusammen der Spannungsbogen jedes Stückes macht den avantgardistischen Jazz mit europäischer Note so lebendig. Und genial war auch die Kombination mit satirischen Autoren aus der Weimarer Republik. Vorne weg Kurt Tucholsky der da schrieb: Der Mensch ist ein Lebewesen, das klopft, schlechte Musik macht und seinen Hund bellen lässt. Wenn Willi Hörmann liest, werden Texte zum Leben erweckt - ein Genuss zum Zuhören und Lachen, auch wenn das Quartett gleichsam als Antwort den Inhalt mit Stücken wie Blumenvase K. Tomie, Renfields Nachtlied oder Zenit Lügen straft. Jazz und Satire gehen zusammen, weil beides mit Rebellion, mit Aufbegehren und Nichtunterkriegenlassen zu tun hat, sagte Hörmann und traf damit den Nagel auf den Kopf. Ob Ludwig Thoma, Frank Wedekind oder das Börsenlied von Walter Mehring an Aktualität haben die Texte nichts eingebüßt. |
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| Kritik zu unserem Konzert im KOM am 19. September 2008 in der Süddeutschen Zeitung Um den Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier! |
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Ankündigung zu unserem Konzert im KOM in der Süddeutschen Zeitung
Um den Artikel zu lesen, klicken Sie bitte hier! |
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| Unsere CD ist da! Flucht aus Kassel Unter der Rubrik Hörproben gibt es Ausschnitte aus der CD. Einen Bericht zum Präsentationskonzert finden Sie rechts in der Rückschau! Das meint die Süddeutsche Zeitung zu FLUCHT AUS KASSEL: |
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| Süddeutsche Zeitung, 28.2.2008
Leicht und kompromisslos Wir machen Jazz. Wir improvisieren. Solche Sätze sind griffig und klingen, was ihre musikalische Botschaft betrifft, nach unduldsamer Kompromisslosigkeit. Doch selten hat eine Band für ihr Debüt eine derartige Fülle an Basismaterial zusammengetragen, wie es bei dem Münchner O.Urquartett der Fall ist. Das Album Flucht aus Kassel ist randvoll mit Ideen und Reflexionen, mit ungezählten Querverweisen und Zitaten, ohne dass ihre Musik dabei schwer, sperrig oder gar unzugänglich wirkt. Das Gegenteil ist der Fall. Sich zum Glück weitab von honigsüßer WorldMusic, manieriertem Crossover und ausdrucksarmem Mainstream bewegend, fasziniert das Album durch spielerische Leichtigkeit und Frische, wie man sie selten findet. Die Basis für diese aufsehenerregende Arbeit wird durch das Bündel der weitverzweigten individuellen Einflüsse erreicht. Olaf Urban an der Posaune, Sibille Lechner an den Keyboards, Schlagzeuger Günther Steininger und der Germeringer Bassist Klaus Greif bringen völlig unterschiedliche musikalische Ansätze mit in dieses Projekt, doch pflegen sie gleichzeitig dabei ihre musiktheoretische Seelenverwandtschaft mit Akribie und Leidenschaft. Denn nur so lässt sich diese nicht ganz alltägliche Besetzung derart harmonisch und ausdrucksstark unter einen musikästhetischen Hut bringen. Denn wie sich die einzelnen Instrumente gegenseitig fordern und ergänzen, wie sie sich sanft berühren und dann wieder scharf voneinander abgrenzen und den spielerischen Fluss dabei am ständigen Pulsieren halten, diese ganze Risikobereitschafft verdient Respekt und vor allem überregionale Aufmerksamkeit. Die Kompositionen, durchgängig von den Bandmitgliedern geschrieben, sind griffig, nicht selten in ihm Grndcharakter eingängig. Erst die Arrangements geben der Musik diese melodisch bizarre Nuance. Dabei wirkt das intellektuelle Potential des Albums nicht erschlagend, sondern klingt häufig so gar fröhlich swingend, oft in einer eigenwilligen, manchmal fast verschrobenen Art. Alles scheint in einer besessenen Nüchternheit konzipiert und eingespielt. Dass in Olaf Übt unter der Autobahn, Lagerbier oder Power Of The Schallmauer Einflüsse von Jazzheroen wie Thelonious Monk oder Albert Mangelsdorff stecken, lässt sich allein vom Titel nicht ableiten. Doch beim Hören dieser feingesponnenen charismatischen Ideenflüge wird der Bezug umso deutlicher. Das flüssige, hellwache Posaunenspiel, die fragilen wie stimmungsvollen Keyboardflächen, die bissigen und Räume öffnenden Bassfiguren und das zurückhaltende Schlagzeugspiel erzeugen Assoziationen zu Formen, Farben und Befindlichkeiten. Mit Flucht aus Kassel ist abseits der großangelegten und durchorganisierten Musikvermarktung ein klangliches Kleinod entstanden. Eine CD für alle Lebenslagen. JÖRG KONRAD |
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| ... warum Flucht aus Kassel? Wo die Documenta nicht ihre Finger im Spiel hatte oder wie unsere CD zu Ihrem Namen kam. Warum heißt eure CD FLUCHT AUS KASSEL? Diese Frage haben wir in letzter Zeit öfter zu hören bekommen, und wen wunderts! Finden sich doch auf der CD keinerlei Hinweise auf die historische Hauptstadt Hessens. Nicht einmal indirekt. "Amsel" wurde nicht vom Vogelgezwitscher im Bergpark Wilhelmshöhe inspiriert, "Lagerbier" hat nichts mit den berühmten Wasserspielen zu tun und wir haben auch keinerlei Angst vor der Documenta. Immerhin ist unsere Keyboarderin Sibille Vegetarierin und Ihr Stück "Armes Schwein" handelt von den Tieren, die gegessen werden kommt hier vielleicht die Abscheu vor dem Kassler Rippchen zum Ausdruck? Weit gefehlt: "Kassler Rippchen" ist keine Kassler Spezialität sondern geht auf einen Berliner (!!!) Metzger namens "Cassel" zurück und außerdem sind die Fleischfreunde in dieser Band mit 3:1 in der Überzahl. Nein, nein, nein, das funktioniert alles nicht ... Jetzt könnten wir ja dezent schweigen und uns mit breitem Grinsen den Freuden der Legendenbildung hingeben, aber die Entstehungsgeschichten, welche mittlerweile (z. T. auch in der Presse) die Runde machen, sind oft so abenteuerlich, dass sich so mancher Kassler (bzw. Kasslaner oder Kassläner) auf die Zehen getreten fühlen könnte. Nichts liegt uns ferner als dass und deswegen gibt es jetzt hier hochoffiziell die einzig wahre Entstehungsgeschichte des Titels FLUCHT AUS KASSEL. Am Faschingssonntag 2007 spielten wir ein Konzert in der Kulturbühne Hinterhalt im bayerischen Gelting, welches - wie in der Rückschau nachzulesen - eher mäßig besucht war. Mit drei Damen im Publikum kamen wir ins Gespräch und es stellte sich heraus, dass zwei davon aus der näheren Umgebung waren und eine bis aus Krefeld angereist war. Nicht ausschließlich, um unser Konzert zu besuchen, sondern eher um dem Karneval zu entfliehen, der scheinbar in Krefeld recht deutlich betrieben wird. Einige Tage später. So, jetzt haben wir die Frage nach dem Titel offiziell beantwortet. Nun lehnen wir uns zurück und beobachten weiterhin mit breitem Grinsen die aufgehenden Blüten der Legendenbildung, denn offizielle Richtigstellungen sind ja eher bedingt dazu geeignet, die Welt von der Wahrheit zu überzeugen. Wie könnte man sonst mit so etwas wie "The next Uri Geller" Quote machen? ;-) Herzlichst |
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